Nur Versöhnung kann uns retten

9.9., 19 Uhr 10, Kigali. Meine allererste Verabredung mit Afrika führte mich nach Ruanda. Obwohl ich nach Burundi wollte. Und war damit schon mitten im Thema gelandet.

Denn: das Auswärtige Amt warnte vor Reisen nach Burundi. Seit dem Sommer 2015 eskalierte der Konflikt um die nicht verfassungsgemäße dritte Amtszeit des Präsidenten Pierre Nkuruziza. Die Opposition, vor allem Schüler, gingen demokratisch und auf die Straße. Und wurden unerbittlich erschossen und verfolgt. Erneut stürzte willkürliche Gewalt Burundi in eine Krise. Seit über 40 Jahren ist das  kleine und drittärmste Land der Welt Schauplatz von ethnischen Kriegen. Während die Weltöffentlichkeit die Dramen in Ruanda wahrgenommen hat, wurde Burundi übersehen.

Erzbischof Simon Ntamwana hat diese Dramen erlebt: mehr als 100 Menschen seiner Familie sind im Völkermord ermordet worden. Der Bischof überlebte und macht sich die Zukunft seines Landes zum Lebensziel: er gründet ein Versöhnungswerk. Er überlebt Morddrohungen und Attentate, gewinnt Hunderte Verbündete – Täter und Opfer. Gemeinsam inspirieren sie Zehntausende zur Versöhnung. Das ist groß, finde ich.

Und wollte verstehen, wie das geht: wie versöhnt man sich mit dem Mörder seines Vaters, seiner Tochter oder seiner Schwester? Wie lebt man das? Deswegen habe ich in Ruanda Menschen aus dem Versöhnungswerk getroffen.
Ihre Geschichten, die des Bischofs und die von Burundi: gibt es jetzt als Buch: Nur Versöhnung kann uns retten. Der furchtlose Einsatz von Erzbischof Simon Ntamwana für Frieden in Burundi. Adeo Verlag 2018

DATUM

2018

POJEKTPARTNER

Adeo Verlag

Kategorie

BÜCHER, VERANSTALTUNGEN